Dialog Kosmetik
11. Stakeholder-Workshop, pdf-Datei

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10. Stakeholder-Workshop
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9. Stakeholder-Workshop
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5. Stakeholder-Workshop
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4. Stakeholder-Workshop
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3. Stakeholder-Workshop
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2. Stakeholder-Workshop
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1. Stakeholder-Workshop
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Der DIALOG KOSMETIK wurde im Jahr 2005 als themenoffene Plattform zum kritischen Dialog über diskussionswürdige Themen zwischen verschiedenen gesellschaftlichen Gruppen initiiert. Ziel ist der regelmäßige, ergebnisoffene Austausch über Positionen und Haltungen zu gesellschaftlich bedeutsamen Aspekten aus dem Handlungsfeld der Kosmetik und Körperpflege.

An den Treffen des Dialogs nehmen – in Abhängigkeit des Schwerpunktthemas – zwischen 20 und 50 Akteure aus folgenden Bereichen teil: Behörden, Hochschulen, Gewerkschaften, Industrie, Kirchen, Ministerien, Nichtregierungsorganisationen, Umweltorganisationen und Verbraucherverbände. Der Kreis der beteiligten Institutionen und Personen ist nicht festgelegt und nicht geschlossen.

 

AKTUELL

11. Dialog Kosmetik

Thema des 11. Dialog Kosmetik am 22. und 23. Januar 2018 war
„Parabene in der Kosmetik - mehr Pros oder mehr Cons?“

Das Thema ist nicht neu - im Gegenteil. Es ist ein Dauerbrenner.

Seit vielen Jahren steht eine Frage mal mehr, mal weniger im Fokus von Medien und Öffentlichkeit: Sind Parabene, als Konservierungsstoffe in Kosmetika eingesetzt, für die Gesundheit unbedenklich? Oder sind sie für eine sichere und zuverlässige Konservierung unverzichtbar und schützen somit die Gesundheit? Bei den Antworten gibt es unterschiedliche Positionen.

Als „Parabene“ wird eine Gruppe von Konservierungsmitteln bezeichnet, die seit vielen Jahren in einer Vielzahl von Kosmetikprodukten eingesetzt wird. Bestimmte Parabentypen (Methylparaben, Ethylparaben, Propylparaben und Butylparaben) sind für den sicheren Einsatz in Kosmetikprodukten zusammen mit 57 weiteren Konservierungsmitteln vom EU-Gesetzgeber verbindlich geregelt. Die Zulassung der Stoffe in der EG-Kosmetik-Verordnung stellt die gesetzliche Basis für die Hersteller kosmetischer Mittel in der EU dar. Im Sinne der Verbrauchersicherheit wird dabei eine maximale, sichere Einsatzkonzentration je Konservierungsmittel festgelegt. Zusätzlich wird der sichere Einsatz wie im Fall der Parabene von unabhängiger Seite bewertet. Das Bundesinstitut für Risikobewertung (BfR) sagt: Parabene sind gut hautverträglich und bergen im Gegensatz zu anderen Konservierungsmitteln ein geringes Allergierisiko. Einen generellen Austausch dieser Stoffe befürwortet das BfR daher nicht. Es beruft sich bei seiner Einschätzung auf den Wissenschaftlichen Ausschuss „Verbrauchersicherheit“ (SCCS) der EU-Kommission. Auch Dermatologen empfehlen den Einsatz der zugelassenen Parabene wegen ihres geringen allergischen Potenzials. Dabei ist die Allergierate in den letzten Jahren auf konstant niedrigem Niveau geblieben. Auch die Stiftung Warentest spricht im Zusammenhang mit der immer wiederkehrenden Diskussion über eine unnötige Verunsicherung der Verbraucher.

Demgegenüber stehen einige Umweltmediziner, Verbraucherschutzorganisationen, Umweltverbände, die vor gesundheitlichen Risiken von Parabenen warnen. Sie befürchten eine hormonelle Wirkung, weil die Struktur von Parabenen der des weiblichen Sexualhormons Östrogen ähnelt. Auch sie beziehen sich auf das SCCS, was durchaus keinen Widerspruch darstellt. Denn dessen Bewertung führte im Jahr 2014 dazu, dass die EU-Kommission im Sinne eines vorbeugenden Verbraucherschutzes für einige Parabentypen den Einsatz in Kosmetika verboten hat. Zudem wurden in einer wissenschaftlich kontrovers diskutierten britischen Studie Parabene in Gewebeproben von Brusttumoren nachgewiesen. Auf Basis der vorhandenen wissenschaftlichen Informationen sehen das BfR und das SCCS jedoch keinen plausiblen Zusammenhang zwischen parabenhaltigen Deodorants und Brustkrebserkrankungen, da jegliche wissenschaftliche Beweise dafür fehlen.

Die Thematik wird noch komplexer dadurch, dass Parabene nicht nur in wasserhaltigen Kosmetika wie Cremes, Make-up, Shampoos und Duschgels enthalten sind, sondern auch in vielen Arznei- und Lebensmitteln. Sie kommen sogar in der Natur vor, z.B. in bestimmten Pflanzen. Zugespitzt gefragt: Sollten wir also auch keine parabenhaltige Medizin mehr nehmen und auf bestimmte Lebensmittel verzichten?