Dialog Kosmetik

Unser Selbstverständnis

 

Ziel der Treffen des DIALOG KOSMETIK ist der regelmäßige, ergebnisoffene Austausch (mindestens einmal im Jahr) über Positionen und Haltungen zu gesellschaftlich bedeutsamem Aspekten aus dem Handlungsfeld der Kosmetik und Körperpflege. Im Zentrum der jährlichen Treffen stehen grundsätzliche und aktuelle Schwerpunktthemen. Vorschläge für die Priorisierung der Diskussionsinhalte werden aus dem gemeinsamen Dialog entwickelt. Über die Schwerpunktthemen hinaus werden grundsätzliche und für den Dialog bedeutsame Inhalte und Vorgehensweisen in entsprechenden Arbeitsgruppen über einen längeren Zeitraum erörtert. So werden thematische Grundlagen des DIALOG KOSMETIK bei Bedarf in Arbeitsgruppen aufbereitet, vertieft und in das Plenum des DIALOGs KOSMETIK zwecks Diskussion wieder eingebracht.

Neben dem regelmäßigen Austausch arbeiten die Akteure im DIALOG KOSMETIK an der Entwicklung und Vermittlung praxistauglicher Tipps für einen nachhaltigen und gesundheitsverträglichen Umgang der Verbraucher mit Kosmetika. Dazu werden wissenschaftlich fundierte Expertisen eingeholt und Aspekte des Verbraucherverhaltens analysiert. Mit diesem Prozess wird ein gemeinsam getragener Beitrag zur öffentlichen Meinungsbildung, aber auch zur individuellen und gesellschaftlichen Verhaltensorientierung angestrebt.

 


Vor dem Hintergrund gestiegener Anforderungen an den Umwelt- und Verbraucherschutz hat in den letzten Jahren eine zunehmende Sensibilisierung der Konsumentinnen für Gesundheits- und Verbraucherschutz auch bei kosmetischen Produkten stattgefunden. Vor diesem Hintergrund hat der Industrieverband Körperpflege- und Waschmittel die iku GmbH *) damit beauftragt, Gespräche mit relevanten Stakeholdern zu führen um deren Anforderungen kennen zu lernen und Dialogthemen zu kosmetischen Produkten zu identifizieren:

"Wir haben im Januar und Februar 2003 insgesamt 21 Gespräche geführt mit: 

• Landesministerien für Verbraucherschutz (Baden-Württemberg, NRW, Sachsen-Anhalt) 
• Bundesbehörden (Bundesamt für Verbraucherschutz und Lebensmittelsicherheit, Bundesinstitut für Risikobewertung) 
• den im Bundestag vertretenen Fraktionen 
• Umweltverbänden (BUND, NABU, Greenpeace, WWF, Öko-Institut) 
• Gesundheitsorganisationen (Deutscher Allergie- und Asthmabund e. V.) 
• Verbraucherorganisationen (Stiftung Warentest, Deutscher Hausfrauenbund, Verbraucherzentrale Bundesverband, Verbraucherzentrale Hamburg) und 
• Medien (Brigitte, Focus)

In den ca. einstündigen, meist persönlichen Gesprächen ging es um das Image der Kosmetikindustrie, Entwicklungsperspektiven und sich daraus ergebenden Anforderungen an die Kosmetikindustrie, den Informations- und Deklarationsbedarf zu kosmetischen Produkten und um Formen und Themen für den Dialog über Kosmetik und Körperpflegeprodukte.

Botschaften aus den Interviews

Zu unserem Erstaunen hatten wir Schwierigkeiten, interessierte und kompetente Gesprächspartner zu finden. Das Thema „Kosmetik" ist in den wenigsten Institutionen personell verantwortlich zugeordnet bzw. bearbeitet. Kaum einer unserer Gesprächspartner fühlte sich bei diesem Thema kompetent. Die Resonanz auf die Gespräche war durchgängig positiv. Alle Gesprächspartner, besonders die Politik, haben das proaktive Vorgehen sehr begrüßt und das Thema ist dadurch positiv ins Blickfeld gerückt.

Die wichtigsten Botschaften aus den Gesprächen sind:

1. Im Mittelpunkt steht bei kosmetischen Mitteln der gesundheitliche Verbraucherschutz. Der Bereich Umweltschutz und kosmetische Produkte steht (außer bei den Umweltverbänden) an nachgeordneter Stelle.

2. Der Blick geht meistens auf Details (z. B. Deklaration von Inhaltsstoffen, kritische Inhaltsstoffe) und nicht auf Kosmetik als Gesamtsystem. „Die Kosmetikbranche" genießt zurzeit keine besondere Aufmerksamkeit (macht also auch keine besonderen Probleme).

3. Das Image der Kosmetikbranche ist insgesamt gut, allerdings wird ihr geringe Glaubwürdigkeit attestiert. Es gibt eine Ambivalenz zwischen Kopf und Bauch: Werbung und Wirkversprechen werden nicht geglaubt, gleichzeitig gibt es den Wunsch, Träume zu kaufen.

4. Von der Kosmetik-Branche werden mehr sachliche Informationen (z. B. über Anwendung und Wirkweise) erwartet, um die Glaubwürdigkeit zu erhöhen.

5. Verständliche, handlungsleitende Information zu Kosmetika (auf den Packungen, im Internet etc.) ist zentrales Thema. Bei öffentlichkeitswirksamen Themen werden schnelle gemeinsame Informationen der Unternehmen (gemeinsame Risikokommunikation) gewünscht.

6. Das Image des IKW als Informations- und Gesprächspartner ist sehr positiv, die Einzelunternehmen werden z. T. als „closed Shop" wahrgenommen.

*) iku GmbH: Institut Kommunikation & Umweltplanung GmbH
Ann-Kathrin Kühr, Dr. Frank Claus, Bianca Bendisch (iku), 19.6.2003